"Phobos Grunt" - Ein Feuerwerk für 127 Millionen Euro
| geschrieben von Carreck | am 05.01.2012 | Alle Kommentare lesen |
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127 Millionen Euro - Eine betrachtliche Summe für ein Feuerwerk. Aber dies ist ein besonderes: "Phobos Grunt" ist eine Raumsonde, die ursprünglich für einen Flug zum Mars gedacht war - jedoch blieb diese im Orbit hängen und wird wortwörtlich zurückfallen auf die Erde.
Wie die russische Raumfahrtagentur Roskosmos mitteilte, werden einige in der Atmosphäre nicht verglühen, weshalb mit einem Aufprall am 15.01.2012 gerechnet wird. Jedoch ist dieses Datum nur eine ungefähre Angabe. Wie "Ria Novosti" (Anm. d. Red.: Nachrichtenagentur) den Vertreter der Raumfahrttruppen beim russischen Verteidigungsministerium zitiert, könne sich das Datum verschieben. Äußere Faktoren wie Sonnenaktivität, Ausdehnung der Erdatmosphäre und noch weitere sind für den Aufprall verantwortlich.
Die Raumfahrtagentur berechnete, dass die Stelle, wo "Phobos Grunt" abstürzen könnte, zwischen dem 51,4 Grad nördlicher Breite und 51,4 Grad südlicher Breite liegen könnte. Wegfallende Länder sind zum Beispiel Kanada, große Teile Russlands und auch der Norden Deutschlands.
Das US-Militär sagte jedoch, dass die Sonde schon am 13.01.2012 im Südwesten Afghanistans abstürzt. Diese Prognose ist jedoch mehr als fraglich, wie Tim Flohrer von der ESA sagte.
Im Moment kreist die Sonde in einer Höhe zwischen 185 und 220 Kilometer hohen Bahn um die Erde. Schon seit ihrem Start am 09.11.2011 hatte es erhebliche Probleme gegeben, da die Triebwerke nicht zündeten und die Sonde nicht auf Steuerkommandos reagierte.
Wie die ESA im Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt bekannt gab, sinkt "Phobos Grunt" um jeden Tag. Dies machte die europäische Weltraumorganisation an den regelmäßig aktualisierten Bahndaten fest. Die Sonde ist die erste interplanetare (Anm. d. Red.: Raum zwischen den Planeten) Mission Russlands seit 15 Jahren.
Bei etwa 80 Kilometern Höhe werde es kritisch. Dort tritt die Sonde in die Atmosphäre ein und ein Großteil der Elmente verglühen. Jedoch bleiben ungefähr 200 Kilogramm aus Metall-Legierungen, die auf die Erde aufschlagen werden. Den relativ genauen Aufschlagspunkt könne man erst im letzten Umlauf vorhersagen, sagte Tim Flohrer.
Die statistischen Chancen, dass die Sonde nicht auf Land, sondern auf Wasser trifft, stehen sehr gut. Im vergangenen Jahr sind bereits die beiden Satelliten "UARS" und "Rosat" auf Wasseroberfläche gefallen. Die russische Weltraumorganisation hofft darauf, dass die Mission ohne weiteren Komplikationen zu Ende geht - und planen unglaubliche 36 Weltraumstarts im Jahr 2012.Quelle: spiegel.de
Bildquelle: Dieter Schütz/pixelio.de










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